Das Konzept des Archivs der imaginierten Projekte

Wie viele Ideen und Konzepte sind erarbeitet und doch nicht implementiert …

text alexandra reill / contributors tba.
editing | layout alexandra reill
production kanonmedia in cooperation with alexandra reill / vienna 2020- [in progress]


Im Zuge der Aktivierung von Produktionsmöglichkeiten entsteht bei jeder/ m KünstlerIn im Lauf der Jahre ein Archiv an Projektideen, die hinsichtlich einer Umsetzung bereits in der Vorbereitungsphase sehr genau durchdacht und entwickelt sind, um so zu Finanzierung und Realisierbarkeit gelangen zu können. In ihrer Chronologie bilden solche Konzepte einen aussagekräftigen „roten Faden“ einer individuellen inhaltlich- ästhetisch-formalen Entwicklung.

Das Archiv der imaginierten Projekte behandelt Projekte aus der künstlerischen Biografie Alexandra Reills, die im Lauf der persönlichen Zeit per dato nicht umgesetzt oder publiziert werden konnten, sei es aufgrund kritischer inhaltlicher Profile; inhaltlicher Ausrichtungen, die jeweilig aktuellen Trends in der Kunst- und Kulturlandschaft nicht entsprechen; ausbleibender Finanzierungen oder anderer nicht praktikabler Produktionserfordernisse; erschwerter Lebensumstände …

Die Idee, diese Konzepte / nicht publizierten Arbeiten, die bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen, zu einer ästhetisch gestalteten Publikation zusammenzuführen und zu veröffentlichen, besteht schon lange und konnte per dato nicht realisiert werden. Das Archiv der imaginierten Projekte ist nun zu einem Unterfangen geworden, das insbesondere angesichts der wohl auch über 2021 noch zu behandelnden Fragen der Veranstaltungsbeschränkungen im Kulturbereich zu behandeln ist und de facto auch inhaltlich neue Relevanz bekommen hat.

An sich stellt die Veröffentlichung einen sehr zeitgemässen Akt dar, denn dieser wird in KünstlerInnenschaften – aufgrund der realistischen Befürchtung, dass Ideen kopiert und von anderen umgesetzt werden können – generell nicht unternommen.

Das Format ist ein zukunftsweisendes, sowohl in Bezug auf weiterführende Konzeptionsmöglichkeiten für künstlerisches Schaffen wie hinsichtlich der Positionierung von Kunst- und Kulturprojekten – denn in virtuellem Raum gedachte Konzeptionen und dort realisierte Projekte sind nicht mehr einer Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft zuzuordnen – sie beweisen an sich Relevanz oder nicht.

Gleichzeitig zeigt sich im Zuge der seit 2013 von kanonmedia regelmässig veranstalteten Workshops / Seminare / Lectures zu Kulturmanagement, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Usabilitäten bei verschiedenen Subventionsprogrammen auf Gemeinde- / Landes- / Bundes- und EU-Ebene wie bei externen Programmen, so bei Stiftungen oder im Bereich von Creative Industries, Technologie- und wissenschaftlicher Forschung etc., jedesmal erneut, wie hoch der Bedarf an Informationen zu Konzeptstrukturierungen und Kalkulationen und quasi musterhaften Exemplaren, vor allem mit Praxisbezug, für Kunst und Kultur ist; nicht zuletzt auch für die Bereiche Sponsoring und Crowd Funding.

Die Publikation soll als epub erscheinen ebenso wie als Limited Print Edition mit Werkobjektcharakter möglichst haptischer Qualität, insofern dafür Finanzierung möglich ist. Zum gegebenen Zeitpunkt befindet sich die Entwicklung der Publikation in Arbeit.

Das Archiv der imaginierten Projekte supported by

— department of culture of the city of vienna | literature and science / vie / a / 20

Das Archiv der imaginierten Projekte als Konzept virtually exhibited through

— noemata #biennaleNO 2020 / gol / nor / int / 20-21