Resources for Flourishing Within Self-Image-Shaping Digital Environments

Das Forschungspapier untersucht Flourishing im Lichte von Positionen aus der Kognitionstheorie, der Kreativitäts- und Glücksforschung sowie der Forschung zu algorithmischer Agency.

Resources for Flourishing Within Self-Image-Shaping Digital Environments ist Teil des künstlerischen Forschungsprojekts Flourishing.

Das zentrale Argument des Forschungspapiers lautet, dass Flourishing – verstanden als blühendes Leben – einen produktiven Ordnungsbegriff für das Verständnis von Selbstbild darstellt, da Flourishing multidimensional, relational, verkörpert, kulturell situiert und offen angelegt ist.

Ausgehend von dem Konzept der 4E-Kognition, interdisziplinärer Forschung sowie den Beziehungen zwischen digitalen Archiven und algorithmischem Gedächtnis entwickelt das Papier ein Bild–Erfahrung–Algorithmus-Modell (Image–Experience–Algorithm Model). Die Bildebene betrifft Formen der Selbstdarstellung und des Selbstbilds; die Erfahrungsebene umfasst verkörperte, affektive, kognitive, soziale und existenzielle Reaktionen; die algorithmische Ebene bezieht sich auf Systeme, die Repräsentationen auswählen, organisieren, bewahren, transformieren oder erzeugen.

Das Modell dient dazu zu zeigen, dass digitale Technologien Flourishing unterstützen können, wenn sie Handlungsspielräume, Reflexion, Verbundenheit, Kreativität und sinnvolle Teilhabe fördern und erweitern. Zugleich können sie Flourishing einschränken, wenn sie Selbstverständnis verengen, sozialen Vergleich verstärken, Autorität über das Gedächtnis nach außen verlagern oder standardisierte Vorstellungen eines guten Lebens privilegieren.

Das Papier bietet einen konzeptionellen Rahmen, das interdisziplinäre Forschung, Psychologie, Neurowissenschaften, kulturwissenschaftliche Forschung und Technologiestudien in Dialog setzt. Sein wesentlicher Beitrag besteht darin, Forschungen zum Selbstbild in einen umfassenderen Kontext einer Wissenschaft und Praxis des Flourishing zu stellen. Im Zentrum steht dabei nicht die Frage, ob das Selbst repräsentiert werden kann oder soll, sondern vielmehr, ob Praktiken der Repräsentation Menschen und Gemeinschaften dabei unterstützen, ein Leben zu entwickeln, das von Sinnhaftigkeit, Beziehungen, Handlungsmacht, Gesundheit, Kreativität und der Möglichkeit geprägt ist, sich vom gegebenen Status auch woanders hin zu entwickeln.