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Hommage an Hans Richter audio composition
Trotz jahrelanger Flucht durch Europa und schwerster Zeiten einer neuen Existenzgründung in den USA war der 1988 in Berlin geborene Hans Richter, Sohn des Legationsrats Moritz Richter und der Ida Gabriela Rothschild1, nicht nur sein Leben lang ein international hervorragender Filmemacher, sondern ist als einer der ersten experimentellen Kunstfilmschaffenden in der Filmgeschichte und als einer der frühen Co-Begründer der dadaistischen Bewegung von außergewöhnlicher film- und kulturtheoretischer Relevanz. Gleichzeitig kennzeichnet sein Profil wie die Meisterlichkeit seines Werks aber auch sein Mut, die bedingungslose Anerkennung ästhetischer Produktion im Unterschied zu politischer Produktion klar und ohne Zögern in jenem Moment politischem Handeln unterzuordnen, wo dies erforderlich ist: im Berlin der 20er und 30er Jahre zeichnet sich Richter als kompromisslos wie künstlerisch hochsensitiv und poetisch agierender politischer Künstler aus, der sich einem Faschismus in den Weg stellt: Der mangelnde Glaube an jede Zusammengehörigkeit, den wir Ihrer: "Gesellschaftsform" (oh Staat) verdanken - ihrer "Gemeinschaft"; die uns verpflichtet, sich in jeder Form davon zu unterscheiden, war das Zwangsmittel zur Bildung dieses mondsteinfarbenen Dada - Die Verpflichtung, die wir ihnen gegenüber damit übernahmen, das Bekenntnis "Zu etwas zu gehören", ist ein Irrtum, den Sie sich selbst zu verdanken haben. Unsere Gemeinsamkeit (die Gemeinsamkeit nebenbei derer, die sich sauber achten) in einer Säure von leicht pathetischer oder grauer Verzweiflung ... echter Haltung, liegt ganz außerhalb der Gruppe, des Mouvement der Zeitschrift Dada. Auf der Nachstufe einer Weltanschauung ist das Jonglieren mit seinen eigenen Gebeinen unter Einschluß der Gedärme das geeignete Verständigungsmittel.2 Der Experimentalfilm HOMMAGE AN HANS RICHTER stellt ebenso eine Würdigung an Werk und Haltung von Hans Richter dar wie sie seine dadaistischen Ansätze aus der ersten Zeit der Filmgeschichte hinsichtlich ihrer zeitgenössischen Relevanz in einem digitalen Zeitalter der Video- und Tonkunst des 21. Jhdts. beleuchtet und den Status zeitgenössischen audiovisuellen Schaffens im Lichte einer Filmgeschichte im Experiment überprüft und dabei bewusst mit historischem und politischem Raum umgeht – sei es jener inhaltliche Raum, den Hans Richter schuf, als er sich dem Abstrakten als der damalig so genannten “reinen” Form des Ästhetischen widmete oder jener politische Raum, wo er aktiv antifaschistisch handelte, jener politische Raum, der wohl heute noch einer, diesmal nicht selten kapitalistisch-neoliberal geprägter Unerfahrenheit in der tatsächlichen Beanspruchung kollektiven und staatsunabhängigen Souveräns wie gruppendynamischer Gefahren mitläuferischer Massenbewegung und wirtschaftlichen Opportunismus unterliegt. The experimental film has at last come into its own. It has created its own realm, which we may term “film poetry” in contradistinction to the “novel” of the entertainment film or the “reportage” of the documentary.3 Wenn kollektive Kommunikationsprozesse durch Umstrukturierungen in einem digitalen Zeitalter tatsächlich in der Lage sind, entscheidungstragende Strukturen zu entwickeln und zu begründen, so stellt sich in diesem Kontext auch erneut die Frage nach der politischen wie künstlerischen Rolle dezentraler experimentalfilmischer Produktion. Diese Frage bietet sich als künstlerischer Ansatz an, um jene drei von Richter definierten thematischen Segmente zu erforschen und in offensichtlich enormen globalen Umbruchszeiten zeitgenössisch zu reflektieren, die dieser, vermutlich 1957, in seinem Manuskript 30 Years of Film Poetry: Self-Expression and Communication als die drei Grundpfeiler damalig zeitgenössischen filmischen Schaffens definierte: die Freiheit des/r KünstlerIn, |
Hommage an Hans Richter
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1 AutorInnenkollektiv, Hans Richter (Dadaist), in: deutschsprachige Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Richter_(Dadaist), Aufruf: 29/08/2011 2 Hans Richter, Gegen Ohne Für Dada, http://members.peak.org/~dadaist/English/Graphics/gegen_ohne.html, Publikationsdatum ungenannt, Aufruf: 21/07/2011 3 Hans Richter, EASEL—SCROLL—FILM, in: Magazine of Art, 02/1952, S. 86 bzw. http://rhythmiclight.com/articles/EaselScrollFilm.pdf, Publikationsdatum ungenannt, Aufruf: 28/08/2011 4 Vgl. Richard Suchenski, Hans Richter, in: senses of cinema, Ausgabe No. 49, http://www.sensesofcinema.com/2009/great-directors/hans-richter/, Publikationsdatum ungenannt, Aufruf: 17/07/2011; hier enthaltenes Zitat: (a) Hans Richter, 30 Years of Film Poetry: Self-Expression and Communication, unveröffentlichtes Manuskript; Übersetzung: Alexandra Reill |
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