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WÜRDEN WIR NEIN SAGEN? download card series Ein Vergleich der Argumente im Kontext Arbeit damals unter dem NS-Regime und heute in Wien, aufgearbeitet als Sammlung von medialen Eindrücken aus Zeitungen und TV in Bild und Wort, gedruckt auf vergilbtem Kartonpapier in Postkartengröße.
Vier Wochen lang verteilten VerkäuferInnen und Geschäftsleute der beiden Strassen die Kartenobjekte an ihre KundInnen, wenn diese im Geschäft etwas erwerben und bezahlen wollten. Menschen bekamen ein Freigeschenk - kritische Stimme als goodie im kommerziellen Alltag des täglichen Gelderwerbs, des täglichen Konsums. Die Kartenobjekte boten Anlass zur eigenen Reflexion wie zur eigenen Stellungnahme im Rahmen von Diskursen, die sich anhand der Kartenobjekte zwischen den Gewerbetreibenden und den KundInnen ergaben.
Die Kartenobjekte dienen als pädagogisches Material. Durch die Analyse der Kartensujets entsteht für die jugendlichen TeilnehmerInnen Anlass zu einer unter Coaching stattfindenden Diskussion zu Antifaschismus und Antirassismus. Das Workshop Setting kann mit der Sound Installation VERANTWORTUNG ? kombiniert werden, die den Text Der destruktive Charakter von Walter Benjamin Antworten und Textzitaten aus den Medien zu heutigem Faschismus in einem Österreich 2009 Antworten von PassantInnen im Wien auf die Frage, ob sie denken, dass man als Angehörige/r einer "mehrheitsösterreichischen" Folgegeneration der NS-Zeit Verantwortung für die unter dem NS-Regime verübten Greuel trägt, gegenüberstellt.
Die Kartenobjekte bilden einen Haufen an Karten, die auf einem alten Holztisch, wie er in Bauernhöfen in Östereich in Küchen im Österreich der 30er Jahre stand. BesucherInnen der Galerie können Karten als Erinnerungszeichen mitnehmen. Die Installation kann mit der Sound Installation VERANTWORTUNG ? kombiniert werden, die den Text Der destruktive Charakter von Walter Benjamin Antworten und Textzitaten aus den Medien zu heutigem Faschismus in einem Österreich 2009 Antworten von PassantInnen im Wien auf die Frage, ob sie denken, dass man als Angehörige/r einer "mehrheitsösterreichischen" Folgegeneration der NS-Zeit Verantwortung für die unter dem NS-Regime verübten Greuel trägt, gegenüberstellt.
Die Medienkünstlerin Alexandra Reill ging im Duo mit der Sozialarbeiterin Karin Gruber auf die Strasse: als soziokultureller Schwerpunkt im Juni 2009 tourte das Team durch die Bezirke Leopoldstadt, Landstraße, Margareten, Neubau, Alsergrund, Ottakring und Donaustadt und ging für jeweils einen Tag im Rahmen der soziokulturellen Intervention ECHTE GEH’N NICHT UNTER oder WÜRDEN WIR NEIN SAGEN? IV in Dialog mit AnrainerInnen im Bezirk. Straßenfeste, Verkehrsknotenpunkte und Märkte, die gerne von den Menschen besucht werden, bildeten jenen Anknüpfungsmoment, wo Alexandra Reill und Karin Gruber [Post-]karten mit Bild- und Textzitaten aus den Medien auf der Strasse verteilten, die platte Vorurteile und populistische Argumente aufzeigen, wie sie von rassistisch agierenden Kräften immer schon verwendet wurden, und dies zum Anlass nahmen, mit Menschen in Dialog zum Thema zu treten. Die Karten dokumentieren in historischen Text- und Bildzitaten die Situation Arbeitsloser in den 30er Jahren, NS-Propaganda zum Begriff Arbeit und die Begeisterung all zu hoher Anteile einer Wiener Bevölkerung für den „Anschluß“. Zeitgenössische Motive werden dem gegenübergestellt - heutige Polemiken rund um das Thema Arbeit und Wohlstand, Bereiche gesellschaftlichen Lebens, die heute noch und verstärkt wieder zum Anlass für Parolen genommen werden, die Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen ohne jegliche Differenzierung diffamieren und ausgrenzen, letztlich bedrohen und töten. Im Herbst 2009 - am 10. September am Elterleinplatz in Wien Hernals - findet nochmals ein Herbstauftakt statt. Diesmal mit verstärktem, interdisziplinärem Team. Gemeinsam mit der Medienkünstlerin Alexandra Reill gehen vier Kultur- und SozialarbeiterInnen auf die Straße und bilden einen kleinen Voksauflauf.
Die Medienkünstlerin Alexandra Reill in Kooperation mit JugendarbeiterInnen bzw. LehrerInnen coacht einen Grafik- und Fotografieworkshop, in dem Jugendliche anhand der Kartenserie WÜRDEN WIR NEIN SAGEN? über historischen und heutigen Antisemitismus und, davon ausgehend, über Zusammenhänge mit heutiger "Ausländerfeindlichkeit" diskutieren. Auf der Grundlage der erarbeiteten Gesprächsergebnisse sammeln die Jugendlichen im Internet Text- und Bildzitate aus den Medien zum Thema und entwerfen damit ihre eigenen Postkarten. Diese ergeben im Druck eine gemeinsame Serie, die die Jugendlichen im Rahmen von öffentlichen Events auf Plakatwände, Fassaden u.ä. plakatieren und vorstellen, um auf diesem Wege selbst mit Publikum und PassantInnen in antirassistischen Diskurs zu treten.
ECHTE GEH’N NICHT UNTER Grüne Bildungswerkstatt Gemeinsam mit der Medienkünstlerin Alexandra Reill gehen vier Kultur- und SozialarbeiterInnen wieder auf die Straße und bilden einen kleinen Voksauflauf an mehreren Plätzen in Wiener "Außenbezirken" und machen im Dialog mit AnrainerInnen erneut auf aktuelle Gefahren täglichen Rassismus' und so genannter "Ausländer"feindlichkeit aufmerksam. Die Wiederaufnahme der Wandertournee findet vom 13. bis 23. April 2010 statt. |
Theme The project compares sociopolitical arguments around the theme of work used under the NS-regime and in Vienna today. It collects imagery and comments found in newspapers and on TV and prints them on post card-like objects to be taken away by installation visitors.
For four weeks, shop assistants and people serving their clients in the shops of a street spread the cards to their clients whenever they bought something in the shop and wanted to pay. They received a gift - a critical voice received as a free goodie in the daily life of commerce by people having the free choice to reflect and take it on.
The card objects are used as teaching material for workshop on intercultural learning for teens. Through studying the cards and reflecting the motifs teens can enter a coached discussion on anti-racism and anti-facism. The pedagogic workshop concept can be extended by combining it with the sound installation RESPONSIBILITY ? contrasting Walter Benjamin's text The Desctructive Character and text citations out of the media on contemporary facism in Austria 2009 with answers given by passer-by in interviews led by Alexandra Reill asking how follow-up generations of the Austrian mainstream society of the 30ies and 40ies feel about taking on responsibility for Nazi atrocities. WOULD WE SAY NO ? III The card objects form a pile placed on an old wooden farmers' table, a kitchen table. Visitors can take cards with them. The installation can be combined with the sound installation RESPONSIBILITY ? contrasting Walter Benjamin's text The Desctructive Character and text citations out of the media on contemporary facism in Austria 2009 with answers given by passer-by in interviews led by Alexandra Reill asking how follow-up generations of the Austrian mainstream society of the 30ies and 40ies feel about taking on responsibility for Nazi atrocities.
With their historic text and image citations, the cards document the situation of unemployed people in the 30ies, Nazi propaganda on the term work and enthusiasm of the vast majority of the Viennese population for the "Anschluß" 1938. Contemporary motifs are compared to today's polemics surrounding the issue of work and prosperity, areas of social life, still and again strongly used by racist forces defaming and segregating people with different cultural backgrounds without any differentiation, having gone so far lately that they show their preparedness to threaten and kill people. Autumn start: With the project REAL ONES ALWAYS SURVIVE or WOULD SAY NO? IV, a fourth adaptation of the original sequence installed in shops and restaurants in Kirchengasse and Siebensterngasse in 1070 Vienna in autumn 2008, Alexandra Reill and the interdisciplinary team stand up to everyday racism and xenophobia, prejudice and populist polemic and the fear of the unknown.
REAL ONES ALWAYS SURVIVE
The media artist Alexandra Reill together with youth workers and teachers act as a coaching team in the framework of a workshop on graphic design and photography during which the card series WOULD WE SAY NO ? is used as a starting point for discussion on options of coping with NS-past in Austria in relation to familiarities of historic and contemporary antisemitism with xenophobia. With the background of discussion results the teens collect imagery and text citations on the theme from media platforms in the internet and with these materials design their own post cards. As print products they form a series of cards developed by the participants of the workshop which is installed by the teens on public billboards and house facades during a series of public events where the teens present their cards to guests of the events as much as to passer-bys and on this occasion have the chance to enter antirassistic discussion themselves.
REAL ONES ALWAYS SURVIVE Grüne Bildungswerkstatt From April 13 to 23, 2010 the media artist Alexandra Reill will meet with four cultural and social workers discuss daily racism with people in the streets afresh. The tour against xenophia will take place on main streets in several "workers'" districts in Vienna. |
support by: features by: installations at: archive press release June 2009 [German version] |
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